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Neufassung des Programms zur Prophylaxe und Bekämpfung der Koi-Herpesvirus (KHV)-Infektion der Karpfen in sächsischen Fischhaltungsbetrieben

Die Koi-Herpesvirus-Infektion (KHV-I) der Karpfen hat in den letzten 15 Jahren weltweit zu massiven Verlusten in Nutz- und Zierkarpfenbeständen geführt. Mit dem Erstnachweis in Sachsen im Jahr 2003 hatte die Bedrohung durch das KHV auch die sächsischen Karpfenhaltungsbetriebe erreicht. Seitdem gibt es jährlich massive KHV-Ausbrüche bei Karpfen in sächsischen Fischhaltungsbetrieben.

Bundeseinheitliche Maßnahmen zur Bekämpfung der KHV-I gibt seit dem 24.11.2008 auf der Grundlage der Fischseuchenverordnung (FischSeuchV) vom 24. November 2008 (BGBl. I S. 2315), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474).

Im Karpfen und Koi verursacht das Herpesvirus akute Verlustgeschehen mit Mortalitätsraten von bis zu 100% vornehmlich bei Wassertemperaturen zwischen 18 und 25 °C. In jüngster Zeit erfolgten auch Ausbrüche der Erkrankung unterhalb dieses Temperaturbereiches und Nachweise des Virus ohne klinische Symptomatik bei anderen Fischarten. Typisch für die Infektion durch das KHV sind u.a. Enophthalmus, vermehrte Schleimabsonderungen im Kiemen- aber auch im gesamten Körperbereich, die schnell in Nekrosen des Kiemengewebes und der Schleimhaut übergehen. Innerhalb von wenigen Tagen sind z. T. hochgradige Verluste in den Karpfenbeständen zu beobachten.

In seltenen Fällen wird KHV ohne das Auftreten typischer klinischer Symptome nachgewiesen. Diese Fische sind als latente Virusträger besonders gefährlich.

Die Erkrankung zeigt teilweise einen seuchenartigen Verlauf und erfasste in einigen infizierten Fischhaltungsbetrieben ganze Teichgruppen.

Die KHV-I stellt für die sächsischen Fischhaltungsbetriebe eine massive existenzielle Bedrohung dar. Der Gesamtschaden für die Nutzfischhaltung (Verluste, Desinfektionskosten, erhöhter personeller Aufwand, Ertragsausfall) beläuft sich inzwischen auf mehrere Millionen Euro.

Bereits 2006 legte das Sächsische Staatsministerium für Soziales und die Sächsische Tierseuchenkasse erstmalig ein KHV-Bekämpfungsprogramm auf. Mit Hilfe des Programms war es möglich, den Fischhaltungsbetrieben flächendeckend Untersuchungen auf KHV anzubieten und mit den Unternehmen betriebsbezogene Sanierungskonzepte zu erarbeiten. Auf Grund des sich rasant entwickelnden Seuchengeschehens beantragte das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) zusätzlich ein auf das KHV-Bekämpfungsprogramm abgestimmtes Mehrjahresprogramm zur Tilgung der KHV-I (KHV-Tilgungsprogramm), über das Maßnahmen der Fischhaltungsunternehmen zur Sanierung der betroffenen Flächen aus Mitteln des Europäischen Fischereifonds (EFF) finanziert wurden. Das KHV-Tilgungsprogramm wurde mit der Entscheidung 2008/897/EG für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2013 genehmigt und bis zum 31.12.2014 verlängert.

Die Teilnahme am KHV-Tilgungsprogramm erfolgte freiwillig. Grundlage für die Teilnahme war ein durch den Fischhaltungsbetrieb, den Fischgesundheitsdienst (FGD), die Fischerei-, Veterinär- und Umweltbehörden gemeinsam ausgearbeitetes betriebsbezogenes Sanierungskonzept.

Bis 2014 konnte durch die aufeinander abgestimmte Anwendung beider Programme die KHV-I schrittweise im Freistaat zurückgedrängt werden, so dass 2014 noch in 7 Fischhaltungsbetrieben KHV-Ausbrüche zu beklagen waren.

Zur Sicherung eines nachhaltigen Erfolges in bereits sanierten Betrieben, zur weiteren Zurückdrängung des KHV und zur Verhinderung des Übergreifens der Infektion auf bisher nicht betroffene sächsische Betriebe ist auch zukünftig die Unterstützung der Betriebe durch prophylaktische Maßnahmen und Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung gemäß Anlage 1 des Programms zwingend erforderlich. 


icon Programm zur Prophylaxe und Bekämpfung der Koi-Herpesvirus (KHV)-Infektion (148.89 kB)