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Neufassung des Programms zur Bekämpfung von Fischseuchen – außer der Koi-Herpesvirus-Infektion - und Fischkrankheiten

Fischseuchen werden nach  der RL 2006/88/EG vom 24. Oktober 2006 mit Gesundheits- und Hygienevorschriften für Tiere in Aquakultur und Aquakulturerzeugnisse und zur Verhütung und Bekämpfung bestimmter Wassertierkrankheiten (ABl. EU Nr. L 328 S. 14, 2007 Nr. L 140 S. 59) in exotische und nichtexotische Krankheiten unterschieden.


Tabelle 1: Liste der Krankheiten

Exotische Krankheiten

 

Fische

Epizootisches hämatopoetische Nekrose (EHN)

Weichtiere

Infektion mit Bonamia exitiosa

 

Infektion mit Perkinsus marinus

 

Infektion mit Microcytos mackini

Krebstiere

Taurasyndrom

 

Yellowhead disease

 

Nichtexotische Krankheiten

Fische

Virale hämorrhagische Septikämie (VHS)

 

Infektiöse hämatopoetische Nekrose (IHN)

 

Koi-Herpesviruserkrankung (KHV)

 

Infektiöse Anämie der Lachse (ISA)

Weichtiere

Infektion mit Marteilia refringens

 

Infektion mit Bonamia ostreae

Krebstiere

Weißpünktchenkrankheit

 

Exotische  Krankheiten wurden in der EU bisher nicht nachgewiesen und würden bei Nachweis strengen Bekämpfungsmaßnahmen unterliegen. Die nichtexotischen Krankheiten vor allem VHS, IHN und KHV sind wirtschaftlich bedeutsame Erkrankungen in Europa sowie den sächsischen Aquakulturbetrieben, deren wiederkehrende Einschleppung und  Verbreitung in Sachsen verhindert werden muss.

Eine Zusammenfassung der Erkrankungen findet sich in Tabelle 2.
 

Tabelle 2: Zusammenfassung der OIE-gelisteten in der EU wirtschaftlich bedeutsamen Erkrankungen

Erkrankung

Anzeigepflicht in Deutschland

Aquatic Animal Health Code (OIE)

Wirtschaftliche Bedeutung in Sachsen

VHS

X

x

X

IHN

X

x

X

ISA

X

x

---

EHN

X

x

---

SVC

 

x

x

Ausbrüche von anzeigepflichtigen Fischseuchen bei Salmoniden (VHS und IHN) sind in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Auch in Sachsen ist die Anzahl der Seuchenausbrüche auf ein geringes Niveau gesunken. Trotzdem ist die Bedeutung der anzeigepflichtigen Fischseuchen der Salmoniden in Sachsen als einem Bundesland mit vorrangigem Zukauf von Besatzmaterial nach wie vor von hohem Stellenwert für die Fischseuchenbekämpfung.

Schwerpunkt der Verhinderung der Verbreitung virusbedingter Fischseuchen sowie weiterer Fischerkrankungen liegt in der Prophylaxe, zielgerichteten seuchenhygienischen Beratung der Tierbesitzer, Untersuchung sowie genauen epidemiologischen Aufarbeitung von Seuchenausbrüchen. Ziel der prophylaktischen Untersuchungen ist ein genauer epidemiologischer Überblick über die Verbreitung der genannten Infektionen.

Die Erklärung der Seuchenfreiheit von Zonen oder Kompartimenten in Sachsen gemäß Richtlinie des Rates betreffend die Gesundheits- und Hygienevorschriften für Tiere in Aquakultur und Aquakulturerzeugnisse und zur Verhütung und Bekämpfung bestimmter Wassertierkrankheiten (2006/88/EG) und Fischseuchenverordnung (FischSeuchV vom 24. November 2008 (BGBl. I S. 2315)) als Schutzgebiet ist Ziel des Programmes.

Durch die zunehmende Produktion und Einfuhr von sogenannten Nebenfischarten (Acipenseridae, Siluridae) sowie von neuen Fischarten in sächsische Aquakulturbetriebe (Clarias gariepinus, Pangasius, Dekapoden in Kreislaufanlagen), besteht ein erhebliches Gefährdungspotential für das Auftreten und die Verbreitung von neuen Krankheitserregern, die frühzeitig erkannt werden sollten.

Bereits im Jahr 2008 wurden Stör-Iridoviren (White Sturgeon Iridovirus, WSIVD) und Stör-Herpesviren (White Sturgeon Herpesvirus disease, WSHVD) im Zusammenhang mit Verlustgeschehen nachgewiesen.
Das Erheben von Daten zu diesen Erkrankungen ist grundsätzlich auch von wissenschaftlichem Interesse und fließt in Erhebungen des Nationalen Referenzlabors für Fischseuchen ein.


icon Programm zur Bekämpfung von Fischseuchen (115.3 kB)