Startseite Pferdegesundheit Wieder Infektiöse Anämie bei Pferden in Deutschland, Frankreich und Belgien!

Pferde-12_webWieder Infektiöse Anämie bei Pferden in Deutschland, Frankreich und Belgien!

Am 06.08.2012 wurde im Kreis Altenkirchen im Westerwald, Rheinland-Pfalz der Ausbruch der ansteckenden Blutarmut der Einhufer (EIA) amtlich festgestellt.

Bei dem betroffenen Tier handelte es sich um ein Fohlen, welches im Alter von zwei Tagen in der Zeit vom 18.05 bis 08.06.2012 zur Behandlung einer Fohlenlähme-Erkrankung in eine Tierklinik in NRW eingestallt wurde. Dort erhielt es Plasma von einem Spenderpferd der Tierklinik. Nach Abschluss der Behandlung wurde das Fohlen in den Herkunftsbestand zurückgebracht und aufgrund fieberhafter Beschwerden erneut tierärztlich behandelt.

Am 22.07.2012 kam das Tier aufgrund erneuter Beschwerden zu einer weiteren Therapie in eine andere Klinik in NRW. Nach viertägigem Aufenthalt wurde das Fohlen in einem leicht gebesserten Allgemeinzustand entlassen. Es musste jedoch zwei Tage später im Herkunftsbestand euthanasiert werden.

Eine zuvor entnommene Blutprobe wurde positiv auf infektiöse Anämie der Einhufer getestet. Die durchgeführte pathologische Untersuchung des eingesendeten Tierkörpers bestätigte die Diagnose.

In der Folge wurden alle Tiere des Herkunftsbestandes, einschließlich des Muttertieres mit negativem Ergebnis auf EIA untersucht.

Allerdings wurde bei dem Plasmaspenderpferd die Infektion im Blut nachgewiesen. Daraufhin wurden alle Plasmaempfänger von diesem Pferd ermittelt. Es stellte sich heraus, dass 6 von insgesamt 12 Empfängertieren EIA-positiv reagierten, so dass der Spenderwallach als Infektionsquelle bestätigt werden konnte. Das Tier wurde eingeschläfert. Von einem durch die Plasmatransfusion infiziertem Pferd wurde das Virus auf ein weiteres der Herde sowie auf ein Pferd im Sperrbezirk übertragen, so dass 9 Pferde infolge der Infektion getötet werden mussten.

Die Übertragung des EIA-Virus durch die Infusion von Blutbestandteilen hatte erst 2006 in Irland für Aufregung in Pferdebeständen gesorgt. Im Juni 2006 wurde der erste EIA-Fall in Irland überhaupt gemeldet. Bis dato war diese Erkrankung in dem Land nicht diagnostiziert worden. Die EIA wurde nicht sofort erkannt und daher verschleppt. Bis Ende 2006 waren 38 Pferde infiziert und mussten getötet werden. Nachforschungen ergaben, dass kontaminiertes Hyperimmunplasma, das von osteuropäischen Schlachtpferden stammte und illegal über Italien importiert wurde, als Ursache angenommen werden konnte. Infusionen von Blutbestandteilen werden in der Pferdemedizin relativ häufig bei Fohlen oder erwachsenen Pferden angewendet, um das Immunsystem zu stärken.

Der vorletzte Ausbruch der EIA in Deutschland wurde im November 2011 aus Thüringen gemeldet.

Auch in Südfrankreich, in zwei nah beieinander liegenden Betrieben, mussten dieses Jahr im Februar vier Pferde und im September ein Pferd auf Grund einer EIA-Infektion eingeschläfert werden.

In Belgien, in der Nähe von Lüttich, wurden zwei Pferde im Juli und August 2012 wegen der EIA euthanasiert.

Vor der Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen (z. B. Plasma) auf andere Pferde, sollten die Spendertiere zwingend auf eine EIA-Infektion mittels Coggins-Test untersucht werden. Die Sächsische Tierseuchenkasse bietet ein Programm zur Bekämpfung der EIA an (Link zum Artikel...) und übernimmt die Kosten eines Coggins-Tests pro Pferd und Jahr an der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) Sachsen. Das Programm wurde insbesondere für Pensionsställe aufgelegt. Mit einer Bestandsuntersuchung sowie der Forderung einer Untersuchung jedes Pferdes vor Neueinstallung gewährleistet jeder Pensionsstallbesitzer seinen Einstellern eine optimale Tierseuchenprophylaxe. Darüber hinaus sollten Pferde beim Verkauf grundsätzlich untersucht werden.

Weitere Informationen zur EIA erhalten Sie hier: Link zum Artikel....