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Wieder mehrere Fälle von ansteckender Blutarmut in Deutschland

Bislang sind in Hessen 5 Pferde und in Bayern 1 Pferd an der Equinen Infektiösen Anämie (EIA) erkrankt und getötet wurden. Das Virus ist höchstwahrscheinlich durch

illegal importierte Pferde eines Händlers aus Rumänien nach Deutschland gelangt. Der Händler soll in den letzten zwei Jahren 70 Pferde nach Deutschland verbracht haben, die bevorzugt an Freizeitreiter weiterverkauft wurden. Alle Tiere stammen aus der Region Bihor in Rumänien, wo das Virus noch verbreitet ist.

Die Spur der verkauften Pferde führt auch nach Sachsen und Thüringen. Untersuchungen von Kontakttieren halten noch an, waren aber bislang glücklicherweise negativ. Es scheint, dass das Virus bis jetzt nicht von den importierten Pferden auf einheimische übertragen worden ist. Das kann jedoch jederzeit erfolgen. Die Hauptüberträger der EIA sind stechende Insekten wie Bremsen, Stechmücken und Stechfliegen und diese haben, wie wir alle am eigenen Leib erfahren dürfen, z.Z. „Hochkonjunktur".

Deshalb rät der Pferdegesundheitsdienst, allen Pferdehaltern, die ein Pferd aus Rumänien besitzen, einen Coggins-Test zur Diagnostik der EIA an der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen machen zu lassen. Dies ist nicht nur im eigenen Interesse wichtig, sondern insbesondere zum Schutz der anderen Pferde im Bestand.

Die Einfuhrbestimmungen von Pferden aus Rumänien sind seit Juni 2010 durch einen EU-Beschluss deutlich verschärft worden:

(http://eur-ex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2010:155:0048:0053:DE:PDF).

Dr. med. vet Uwe Hörügel