Startseite Rindergesundheit Q-Fieber-Infektionen bei Rindern

Abort_TSK-Heft2010_Quelle_LUA_SachsenNeues Q-Fieber - Impfprogramm der Sächsischen Tierseuchenkasse

Das Q-Fieber ist eine weltweit vorkommende Infektionskrankheit verschiedenster Tierarten (Haustiere, Wildtiere und –vögel, Zecken) und des Menschen mit dem Erreger Coxiella burnetii. Da die Erkrankung eine Zoonose darstellt, ist diese Infektion meldepflichtig.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch das Einatmen erregerhaltige Stäube, durch Zeckenbisse oder direkten Kontakt. Beim Rind verläuft die Infektion häufig inapparent, so dass keine klinischen Symptome beobachtet werden können. Es kommt jedoch zur Besiedlung von Genitalen und Euter. In einigen Beständen werden vermehrt Aborte (nach dem 6. Trächtigkeitsmonat) und Totgeburten sowie Nachgeburtsverhaltungen und Gebärmutterentzündungen nachgewiesen. Bullen können den Erreger mit dem Sperma übertragen.

Infektionen beim Menschen äußern sich in grippeähnlichen Symptomen bei der akuten Infektion, es treten jedoch auch Manifestationen in bestimmten Organen (Lunge, Leber, Herz, Gehirn,  Knochenmark) auf, die chronisch werden können. In der Schwangerschaft kann es zu Früh-, Fehl- und Totgeburten kommen.

Es ist daher wichtig, die Infektion rechtzeitig zu erkennen, um geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. Eine wichtige Maßnahme ist die Merzung infizierter Tiere. Die Therapie bei Rindern kann mittels Antibiose erfolgen, einzelne Tiere scheiden den Erreger jedoch trotz Behandlung weiter aus. Deshalb sollten präventive Maßnahmen im Vordergrund stehen.  Diese sind sowohl auf eine Eindämmung der Infektion im Rinderbestand als auch auf eine Verhinderung der Infektion beim Menschen auszurichten. Besonderes Augenmerk sollte auf eine strikte Geburtshygiene gelegt werden. Dazu gehören die Reinigung und Desinfektion von Geburtshelfer und Gerätschaften vor und nach der Geburtshilfe, die unschädliche Beseitigung von Nachgeburten und Totgeburten über die TBA und die Reinigung und Desinfektion der Abkalbebox nach jeder Abkalbung. Außerdem steht seit Kurzem eine Impfung gegen Q-Fieber zur Verfügung, die die Folgen einer solchen Erkrankung (Aborte, Metritis, Umrindern) vermindern kann. Wenn Q-Fieber im Bestand nachgewiesen wurde, sollten in jedem Fall alle Mitarbeiter darüber informiert und über die Krankheitsanzeichen sowie Schutzmaßnahmen aufgeklärt werden. Kontakte von betriebsfremden Personen zu den Tieren (Ausstellungen, Streichelzoos u.ä.) müssen unterbunden werden.

Es können im Rahmen des Abortprogramms der Sächsischen Tierseuchenkasse Feten und Eihäute auf Coxiella burnetii sowie Blutproben von Kühen, die abortiert haben, auf Antikörper gegen Coxiella burnetii untersucht werden. So wurde in Sachsen im Jahr 2011 zweimal Erreger nachgewiesen, 2012 waren es ebenfalls zwei Nachweise und 2013 bereits sechs Nachweise von Coxiella burnetii.

Bei den Abortblutproben waren Nachweise bei einem Viertel der Tiere zu verzeichnen:

Jahr

Abortblutproben

davon Q-Fieber-positiv

Anteil Q-Fieber-positiv

2011

1079

265

24,55%

2012

1142

285

24,95%

2013

1313

329

25,06%

 

 

 

 

 

 

 

 

Dabei muss jedoch beachtet werden, dass der Nachweis von Antikörpern nicht beweisend für einen Q-Fieber induzierten Abort ist. Antikörper sind lange im Blut nachweisbar und können bereits vor der Trächtigkeit vorhanden gewesen sein. Erst ein Erregernachweis im Abortmaterial, im Fruchtwasser oder im Genitaltupfer bestätigt den Verdacht.

Es wird jedem Betrieb empfohlen, das Angebot der Abortuntersuchungen nach Programm zu nutzen. Diese sind für den Tierhalter kostenlos und ein wirksames Instrument Infektionen zeitig zu erkennen. Ein Nachweis von Antikörpern oder gar Erregern sollte Anlass sein, die Hygiene – insbesondere die Geburtshygiene im Betrieb nochmals kritisch zu prüfen, die Fruchtbarkeitkennziffern (va. Abortraten und Totgeburtsraten) genau zu prüfen und bei Bedarf weiterführende Untersuchungen und Maßnahmen mit dem Tierarzt und dem Rindergesundheitsdienst zu besprechen.

Seit 2014 bietet die Tierseuchenkasse betroffenen Rinderhaltern ein Impfprogramm an. Das Ziel des Programms besteht darin, im Falle des Nachweises der Infektion mit dem Erreger Coxiella burnetii (direkter Erregernachweis oder indirekter Nachweis in Verbindung mit klinischen Erkrankungen) die Impfung in das Gesamtkonzept der Bekämpfungsstrategie einzubinden.  Der Einsatz des Impfstoffes erfolgt grundsätzlich mit dem Ziel, die Ausbreitung der Krankheit zu verringern und die Auslösung von Aborten zu verhindern. Das Programm steht allen Tierhaltern von Rindern, Schafen und Ziegen offen. Nach dem Vorliegen entsprechender Befunde kann der Tierhalter mit dem zuständigen Tiergesundheitsdienst der Sächsischen Tierseuchenkasse ein speziell auf den Bestand ausgerichtetes Impfprogramm erstellen, welches mindestens für einen Zeitraum von 3 Jahren ausgelegt ist. Die Beihilfe zur Impfung beträgt nach aktueller Leistungssatzung 50 Prozent der Impfstoffkosten.

(Stand 10.03.2014)