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Programm zur Kontrolle der Paratuberkulose in Sachsen                   

Die Paratuberkulose ist eine meldepflichtige Tierkrankheit der Wiederkäuer und gilt nach aktuellem Wissensstand als unheilbar. Sie wird durch eine Infektion mit Mycobacterium avium spp. paratuberculosis hervorgerufen und verursacht wirtschaftliche Schäden vor allem beim Rind, aber auch bei kleinen Wiederkäuern. Sie findet sowohl national als auch international verstärkt Beachtung, da

  • erhebliche Auswirkungen der Infektion auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere fest-zustellen sind und
  • Verdachtsmomente bestehen, dass die Paratuberkulose des Rindes möglicherweise im Zusam-menhang mit Erkrankungen des Menschen (Morbus Crohn) stehen könnte.

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft hat am 17.01.2005 Leitlinien für den Umgang mit der Paratuberkulose in Wiederkäuerbeständen (Paratuberkuloseleitli-nien) herausgegeben. Die Ziele der Leitlinie sind die Vereinheitlichung der Maßnahmen in Deutsch-land, die Reduktion der Schadwirkung in den Tierbeständen, die Eindämmung der Weiterverbreitung und damit die Senkung der Prävalenz der Paratuberkulose.

In den Jahren 2005 bis 2009 erfolgten in Sachsen in zahlreichen Rinderbeständen Untersuchungen zur Verbreitung der Paratuberkulose, dazu wurde im Wesentlichen der Nachweis von Antikörpern im Blut geführt. Wissenschaftliche Arbeiten haben jedoch gezeigt, dass Blutproben als Untersuchungs-material nicht optimal sind. Die gegenwärtig verfügbaren Tests zum Antikörpernachweis sind für die Einschätzung eines Einzeltieres ungeeignet und sollten nur zur Bewertung der Herdensituation her-angezogen werden. Die Aussage kann wesentlich verbessert werden, wenn im Untersuchungsmate-rial Kot der Erregernachweis geführt werden kann. Die Neufassung des Programms berücksichtigt diese Neuorientierung auf diagnostischem Gebiet.

Die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen zeigen eindrucksvoll, wie weit verbreitet die Paratu-berkulose in sächsischen Rinderbeständen ist. Das Ausmaß der Infektion innerhalb der Herden kann mit den bisher eingesetzten diagnostischen Verfahren jedoch nur geschätzt werden. Erste Ergebnisse von Kotuntersuchungen lassen befürchten, dass die Infektionen in betroffenen Beständen bereits weit fortgeschritten sind und erhebliche Anstrengungen erforderlich werden, die Paratuberkulose wieder einzudämmen.

Es wird daher als notwendig erachtet, die Landwirte und Tierärzte wesentlich intensiver zu dieser Infektionskrankheit zu informieren und die sächsischen Landwirte in ihren Maßnahmen zur Eindäm-mung der Paratuberkulose zu unterstützen.

Bei kleinen Wiederkäuern ist die Paratuberkulosesituation gegenwärtig noch nicht sicher zu beurteilen.

Im Anhang A des Programms sind die Maßnahmen für Rinder, im Anhang B die für Schafe und Ziegen aufgeführt.


icon Programm zur Kontrolle der Paratuberkulose (87.33 kB)