Startseite Schweinegesundheit Veranstaltungsnachlese zum Treffpunkt Schweinegesundheit der Sächsischen Tierseuchenkasse am 25.9.2013 im Rittergut in Limbach

Veranstaltungsnachlese zum Treffpunkt Schweinegesundheit der Sächsischen Tierseuchenkasse am 25.9.2013 im Rittergut in Limbach

Am Mittwoch, dem 25.9.2013 fand zum 2. Mal unser  „Treffpunkt Schweinegesundheit“  im Rittergut in Limbach statt.  An der Veranstaltung nahmen ca. 100 Landwirte und Tierärzte teil.

Als erster Referent konnte Prof. Dr. Dr. Sven Dänicke vom Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) in Braunschweig  gewonnen werden. Prof. Dänicke ist Leiter des Institutes für Tierernährung und arbeitet seit vielen Jahren sehr intensiv auf dem Gebiet der Mykotoxine. In seinem ausführlichen und mit vielen eigenen Untersuchungsergebnissen hinterlegten Vortrag gab er einen Überblick über die Wirkung von Mykotoxinen und zeigte anhand von Vergleichsuntersuchungen  Möglichkeiten aber auch Grenzen der Mykotoxindiagnostik auf.  Außerdem ging Prof. Dänicke auf die Wirksamkeit von Detoxifikationsmitteln ein.

 (Bild1:  Prof. Dr. Dr. Sven Dänicke)

Im anschließenden Vortrag stellte Tierärztin Daniela Haser, Mitarbeiterin des Schweinegesundheitsdienstes der Sächsischen Tierseuchenkasse, die ersten Untersuchungsergebnisse zum Vorkommen von MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus)  in schweinehaltenden Betrieben Sachsens vor.  In einem Projekt der SächsTSK wurden seit Anfang 2013 sachsenweit 29 Betriebe mittels Nasen- und Sockentupfern auf das Vorhandensein von MRSA bei Tieren bzw. im Stallstaub untersucht.

Während der anschließenden Mittagspause wurde die Möglichkeit zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch bei einem appetitlichen Imbiss genutzt.

Nach der Pause stellte Dr. Dieter Küchler, Geschäftsführer der Simplum GmbH die SLIDE-Technologie vor. Über eine speziell entwickelte Ohrmarke und dazugehörige Lesegeräte können tierbezogene Daten in Zucht- und Mastbeständen im laufenden Produktionsbetrieb erfasst werden.  Alle prozessbezogen ermittelten Daten werden über eine Rechnerplattform  in einer Datenbank archiviert, die auf einer Internet-Plattform lokalisiert ist. Von dieser Internet-Plattform können die Daten kundenbezogen in den heute vorhandenen Managementsystemen, wie Sauenplaner  und Systemen anderer Hersteller und Simplum-Partner weiterverwendet werden. Das Schwein kann beim Verkauf sozusagen seine Geschichte „funken“.

Die Firma erprobt derzeit in einem Versuchsstall in Sachsen die praktische Umsetzung dieser Technologie.

(Bild 2: Dr. Dieter Küchler)

Die Möglichkeiten, die sich  Tierhaltern und Tierärzten bieten, welche das Online-Portal „web-tsk“ der Sächsischen Tierseuchenkasse nutzen, stellte Martin Kunze im Anschluss vor. Als Verantwortlicher für EDV hat Herr Kunze entscheidend am Aufbau der Befunddatenbank der TSK mitgewirkt, in welche die an der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen (LUA) erhobenen Befunde einfließen und hier auch für den jeweiligen Tierhalter einsehbar sind. Über seine TSK-Nummer und das eigene Passwort kann jeder Tierhalter sein, nur für ihn zugängliches WEB-Portal ( www.tsk-sachsen.de )aufrufen. Er findet dort alle an der LUA im Rahmen der TSK-Programme erhobenen Befunde der letzten beiden Jahre, Daten zur Zertifizierung, TBA-Ergebnisse und natürlich alle TSK-bezogenen Daten, wie Zahlungen oder gemeldete Tiere. Seit einiger Zeit kann der Tierhalter seinen Hoftierarzt ermächtigen, z.B. die Befunde oder Zertifikate einzusehen. Dafür muss er seinen Hoftierarzt nur freischalten. Alle Tierärzte haben vor kurzem ebenfalls eigene Zugangsdaten erhalten, um auf die freigeschalteten Daten zugreifen zu können.

Somit wird es möglich, sich ganz ohne Papierbefunde und auch sehr rasch einen Überblick über den Stand der labordiagnostischen Untersuchungsergebnisse zu verschaffen.

Im abschließenden Vortrag stellte Dr. Helga Vergara, Leiterin des Schweinegesundheitsdienstes der Sächsischen Tierseuchenkasse das Salmonellenmonitoring (der SächsTSK) in Ferkelerzeuger- und Aufzuchtbetrieben vor und verdeutlichte die sich daraus ergebenden Möglichkeiten, um Eintrags- und Verbreitungsrisiken sowie Schwachstellen zu erkennen, die zu einer Erhöhung der Salmonellenprävalenz in den Betrieben führen können. Am Salmonellenmonitoring können alle sächsischen Ferkelerzeuger- und Aufzuchtbetriebe, außerdem auch die Mastbetriebe, in denen verstärkt Salmonellennachweise auftreten (Kategorie II und III) kostenfrei teilnehmen. Über das Programm werden in Ferkelerzeuger- und Aufzuchtbetrieben pro Jahr 60 Blutproben (verteilt auf 4 Entnahmen alle 3 Monate oder auf 2 Entnahmen alle 6 Monate) zur Bestimmung des Salmonellen-Antikörper-Status mittels ELISA durch die Tierseuchenkasse finanziert. Außerdem haben die Betriebe die Möglichkeit Ihren Bestand über eine Sockentupfer-Probennahme, auf das Vorhandensein von Salmonellen in den einzelnen Stallabteilen überprüfen zu lassen. Der SGD übernimmt die Probennahme und wertet gemeinsam mit dem Betrieb und dem Hoftierarzt die Ergebnisse mit Hilfe eines individuell erstellten Bestandsprofils aus. Natürlich haben alle sächsischen Betriebe jederzeit die Möglichkeit, eine Beratung des SGD zu Fragen der Salmonellenbekämpfung kostenfrei in Anspruch zu nehmen.

Die Veranstaltung wurde mit einem gemeinsamen Austausch bei Kaffee und Kuchen beendet.

Auf diesem Wege danken wir allen Teilnehmern für  das große Interesse an der Veranstaltung, die positive Resonanz und die rege Diskussion. Bis zum nächsten Treffpunkt Schweinegesundheit im September 2014!