Paratuberkulose

Die Paratuberkulose ist eine meldepflichtige Tierkrankheit der Wiederkäuer.


Sie gilt nach aktuellem Wissensstand als unheilbar und wird durch eine Infektion mit Mycobacterium avium spp. paratuberculosis hervorgerufen und verursacht wirtschaftliche Schäden vor allem beim Rind, aber auch bei kleinen Wiederkäuern. Sie findet sowohl national als auch international verstärkt Beachtung, da

  • erhebliche Auswirkungen der Infektion auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere festzustellen sind und
  • Verdachtsmomente bestehen, dass die Paratuberkulose des Rindes möglicherweise im Zusammenhang mit Erkrankungen des Menschen (Morbus Crohn) stehen könnte.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat am 7. Juli 2014 „Empfehlungen für hygienische Anforderungen an das Halten von Wiederkäuern“ (BAnz AT 01.08.2014) veröffentlicht, die in einem Unterpunkt Maßnahmen zum Schutz gegen die Paratuberkulose in Rinderhaltungen zusammenfassen. Damit werden die Bundesleitlinien zur Paratuberkulose von 2005 außer Kraft gesetzt.

In den Jahren 2005 bis 2009 erfolgten im Freistaat Sachsen in zahlreichen Rinderbeständen Untersuchungen zur Verbreitung der Paratuberkulose, dazu wurde im Wesentlichen der Nachweis von Antikörpern im Blut geführt. Wissenschaftliche Arbeiten haben jedoch gezeigt, dass Blutproben als Untersuchungsmaterial nicht optimal sind. Die gegenwärtig verfügbaren Tests zum Antikörpernachweis sind für die Einschätzung eines Einzeltieres ungeeignet und sollten nur zur Bewertung der Herdensituation herangezogen werden. Die Aussage kann wesentlich verbessert werden, wenn im Untersuchungsmaterial Kot der Erregernachweis geführt werden kann. Deshalb wurde die Kotuntersuchung seit 2010 Grundlage des Programms.

Die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen zeigen eindrucksvoll, wie weit verbreitet die Paratuberkulose in sächsischen Rinderbeständen ist. Den sächsischen Landwirten wird mit dem Programm die Möglichkeit gegeben, Bekämpfungsstrategien zu etablieren und den Status „Paratuberkulose-unverdächtiger Bestand“ zu erreichen.

Bei kleinen Wiederkäuern ist die Paratuberkulosesituation gegenwärtig noch nicht sicher zu beurteilen.

Im Anhang A des Programms sind die Maßnahmen für Rinder, im Anhang B die für Schafe und Ziegen aufgeführt.


Rechtsgrundlage

Neufassung des Programms des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz und der Sächsischen Tierseuchenkasse zur Kontrolle der Paratuberkulose in Sachsen vom 18. September 2014 (SächsABl. 2015 S. 36)

 Paratuberkulose-Programm des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz und der Sächsischen Tierseuchenkasse


Höhe der Beihilfe

  1. serologische Herdenuntersuchung aller über 24 Monate alten Zuchtrinder in Abstimmung mit dem RGD  
    a) Beihilfe zu den Kosten serologischer Untersuchungen (Blut- oder Milch) an der LUA Sachsen in Höhe von 50 % der nachgewiesenen Kosten

  2. Betriebe mit einem betrieblichen Kontrollprogramm: Untersuchung von Kotproben nach Festlegung durch den RGD 
    b) Übernahme der Untersuchungsgebühren an der LUA Sachsen durch die TSK

  3. bakteriologische, serologische beziehungsweise pathologische Untersuchung von krankheitsverdächtigen Rindern in Fällen des klinischen Verdachts und der Abklärung von Krankheitsoder Verlustgeschehen im Bestand in Abstimmung mit dem RGD                    
    a) Übernahme der Untersuchungsgebühren an der LUA Sachsen durch die TSK


Voraussetzungen

Der Tierhalter stellt einen Antrag unter Angabe seiner TSK- Nummer und Einsendung der Kopien der Rechnungen an die TSK. Voraussetzung für die Gewährung der Beihilfe ist die Einbeziehung des RGD und die Einhaltung des betrieblichen Kontrollprogramms. Der Tierarzt erhält einen Beihilfebonus nach Nummer 10.1.1 zur Einlösung bei der TSK.