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Informationen zum Schmallenberg-Virus (aktualisiert: Juli 2013)

In Deutschland wurde bisher bei Tieren aus 2463 Betrieben das Schmallenberg-Virus festgestellt. Betroffen sind 1448 Rinder-, 966 Schaf- und 49 Ziegenhaltungen.

Außerdem meldeten die Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Irland, Frankreich, Luxemburg, Dänemark, Estland, Finnland, Norwegen, Schweden, Polen, Italien, Spanien, Österreich und der Schweiz Fälle von „Schmallenberg-Virus“.

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In Sachsen sind bisher aus 44 Schafbeständen und 18 Rinderbeständen Fälle gemeldet worden.

 

Bei der neuen Tierkrankheit handelt es sich um eine Virusinfektion, die durch stechende Insekten (Gnitzen und Mücken) übertragen wird. Die Erkrankung wird durch das Schmallenberg-Virus, ein Virus aus der Gruppe der Orthobunyaviren, hervorgerufen.

 

In Deutschland wurde der Erreger bei  erwachsenen Tieren zwischen November 2012 und April 2013 nachgewiesen. Gleichzeitig wurden typische Symptome wie Milchrückgang und Fieber, die aber nach wenigen Tagen wieder abklangen, beobachtet. Diese Fälle lassen vermuten, dass das Virus auch in der Winterperiode in den entsprechenden Vektoren zirkuliert. Da das Virus je nach Zeitpunkt der Infektion in der Lage ist, Embryonen bzw. Feten zu schädigen, traten auch in diesem Frühjahr in den Beständen wieder Aborte mit mumifizierten Feten bzw. lebensschwachen oder missgebildet geborenen Lämmern und Kälbern auf. Bei diesen Tieren mit den typischen Veränderungen kann das Virus oft nicht mehr nachgewiesen werden (Nachweis bei 12 (7%) von 170 auf Schmallenbergvirus untersuchten Kälbern).

Antikörper gegen das Schmallenberg-Virus wurde in Sachsen in 56 (60%) von 82 untersuchten Betrieben gefunden. Aufgrund von Antikörperfreiheit in einzelnen Gebieten des Landes sind auch weiterhin auftretende Neuinfektionen mit entsprechenden Symptomen zu erwarten.  

 

 

 

 

 

Bilder 1 bis 4: Missbildungen bei Lämmern und Kälbern aufgrund der Schmallenberg-Virus-Infektion

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Schaflamm (Foto: Dr. Hardt, LUA Leipzig)

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Schaflamm (Foto: Dr. Hardt, LUA Leipzig)

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Kalb (Foto: Dr. Hardt, LUA Leipzig)

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 Kalb (Foto: Dr. Fricke, LÜVA Erzgebirgskreis)

 

Tierhalter, bei denen verstärkt Verlammungen bzw. Verkalbungen, insbesondere mit den beschriebenen Veränderungen auftreten, werden gebeten, einen Tierarzt und bzw. oder das zuständige Veterinäramt hinzuzuziehen. Der Nachweis des Schmallenberg-Virus bedingt bis auf Weiteres keine tierseuchenrechtlichen Restriktionen. Ein Monitoring auf Antikörper gegen Schmallenberg-Virus in Sachsen ergab einen Anteil von 23,3 % positiver Proben (14 von 60 Rindern).

Wie kann man empfängliche Tiere schützen ?

  • Schutz empfänglicher Tiere (tragende Tiere, die auf die Weide verbracht werden) vor Gnitzen und Mücken mit geeigneten Mitteln (Repellentien)

Wird ein Impfstoff entwickelt?

  • Inaktivierter Impfstoff befindet sich kurz vor der Markteinführung in Deutschland

Sind einmal infizierte Tiere vor erneuter Infektion geschützt?

  • Immunschutz wird ausgebildet, Antikörper wurden nachgewiesen, wie lange Immunität anhält ist jedoch noch nicht bekannt

Was kann untersucht werden?

  • Bei Anzeichen der Erkrankung neugeborener und abortierter Kälber : Sektion der Kälber oder Untersuchung von Abortmaterial an der LUA Sachsen (makroskopische, virologische Untersuchung (PCR))
    • Kosten übernimmt bei Sektion bzw. bei Untersuchung von Abortmaterial das Land Sachsen bzw. die sächsische TSK
  • Bei klinischem Verdacht (adulten Tiere) Serum, Plasma oder EDTA-Vollblut zu PCR-Diagnostik oder serologische Untersuchung auf Antikörper
    • Kosten trägt der Landwirt

Weitere Informationen finden Sie auf der Interseite des Friedrich-Löffler-Institutes: http://www.fli.bund.de