Programm zum Schutz von Rinderbeständen vor einer Infektion mit dem Virus der Bovinen Virusdiarrhoe/Mucosal Disease (BVD/MD) und zur Bekämpfung in infizierten Beständen
Die BVD/MD ist eine durch ein Pestivirus hervorgerufene Infektionskrankheit der Rinder, die weit verbreitet ist, gehäuft zu klinischen Erkrankungen mit direkten und indirekten Verlusten führt und als wirtschaftlich bedeutsam eingeschätzt wird. Das Krankheitsbild ist vielfältig, im Vordergrund stehen
- Reproduktionsstörungen (Aborte, Totgeburten, Geburt lebensschwacher oder missgebildeter Kälber u.a.)
- Atemwegserkrankungen, Durchfälle (Virusdiarrhoe)
- Erkrankungen der Schleimhäute (Mucosal Disease) mit unstillbarem Durchfall.
Aufgrund der immunsuppressiven Eigenschaften des Virus wird das klinische Bild zudem durch die Symptomatik von Sekundärinfektionen geprägt, aber auch subklinische Verläufe sind möglich. Neben der horizontalen Übertragung des Virus spielt die vertikale Infektion eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Infektion, da mit der Entstehung der persistent infizierten Tiere (PI-Tiere) die Grundlage für neue Infektionskreisläufe gelegt wird. Die BVD/MD gehört seit 2004 zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen.
Im Dezember 2008 wurde die Verordnung zum Schutz der Rinder vor einer Infektion mit dem Bovinen Virusdiarrhoe-Virus (BVDV-Verordnung) erlassen (BGBl. I S. 2461). Diese tritt zum 1. Januar 2011 in Kraft Die Sächsische Tierseuchenkasse bietet seit 1998 ein freiwilliges Programm zur Bekämpfung der BVD an, welches 2000 letztmalig aktualisiert wurde. Mitte 2009 hatten in Sachsen bereits ca. 900 Betriebe ein betriebliches Bekämpfungsprogramm abgeschlossen und in ca. 1000 Kleinbetrieben wurden Untersuchungen zum BVD-Status durchgeführt. Damit wurden in ca. 25% der sächsischen Rinderbestände bereits Untersuchungen durchgeführt, wobei ca. 75% der sächsischen Rinder in diese Untersuchungen einbezogen waren, da hauptsächlich große Bestände am Verfahren teilnehmen. Dabei wurde offensichtlich, dass die Infektion mit dem BVD-Virus ein ernstzunehmendes Problem in Sachsen darstellt und in den betroffenen Betrieben auch ein erhebliches Verlustgeschehen zur Folge haben kann.
