Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat Deutschland erreicht!

Hinweise für Schweinehalter zum Schutz vor Tierseuchen ( Download am Ende der Seite verfügbar)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist am 10.9.2020 bei einem verendeten Wildschwein in Brandenburg amtlich festgestellt worden. Damit ist Deutschland nicht mehr ASP-frei!

Das betroffene Tier wurde etwa 50 km nördlich der Landesgrenze zu Sachsen bei Guben aufgefunden, in einer Entfernung von ca. 5 km zur polnischen Grenze.

Nachdem sich die ASP seit 2007 über Georgien, Russland, Ukraine, die baltischen Staaten bis nach Polen ausgebreitet hatte, wurde die Seuche 2017 erstmals in der Tschechischen Republik bei Wildschweinen amtlich festgestellt. Inzwischen konnte die ASP dort erfolgreich getilgt werden.

In Polen war die Seuche zunächst im Osten des Landes aufgetreten. Im November 2019 erfolgte ein Sprung über eine Distanz von 250 km und es kam zu Nachweisen bei Wildschweinen im Westen des Landes in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze. Inzwischen sind in diesem Gebiet auch Hausschweinebestände von der Seuche betroffen. Trotz umfangreicher Maßnahmen ist die Seuche nun auch nach Deutschland eingeschleppt worden.

Die ASP ist eine Viruserkrankung und befällt ausschließlich Haus- und Wildschweine, für Menschen ist sie nicht gefährlich. Da der Erreger sehr widerstandsfähig ist, kommt der Übertragung durch unbelebte Vektoren große Bedeutung zu, wie beispielsweise nicht ausreichend gereinigte und desinfizierte Stiefel, Gerätschaften und Instrumente. Das größte Infektionsrisiko geht von Blut infizierter Tiere aus aber auch in Fleisch und Fleischerzeugnissen überlebt das ASP-Virus sehr lange. Deshalb gehören Speisereste nicht in die Umwelt, sie könnten ASP kontaminiert sein und Wildschweine infizieren.

Von entscheidender Bedeutung ist jetzt der Schutz der sächsischen Schweinehaltungen vor einer Einschleppung der ASP. Alle sächsischen Schweinehalter (auch solche mit nur ein oder zwei Schweinen) sind aufgefordert, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und eventuelle Schwachstellen zu beseitigen. Das folgende Schema gibt nochmals einen Überblick über die wichtigsten Maßnahmen die Schweinehalter beachten müssen, um ihren Bestand vor der ASP zu schützen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an ihren Hoftierarzt, ihr zuständiges Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt, den Schweinegesundheitsdienst bzw. die Task-Force Tierseuchenbekämpfung Sachsen.


Informationsschreiben & Merkblatt


Aktuelle Informationen zur Afrikanischen Schweinepest sind unter diesen links zu finden