Paratuberkulose

Die Paratuberkulose ist eine meldepflichtige Tierkrankheit der Wiederkäuer und gilt nach aktuellem Wissensstand als unheilbar. 


Sie wird durch eine Infektion mit Mycobacterium avium ssp. paratuberculosis hervorgerufen und verursacht wirtschaftliche Schäden vor allem beim Rind, aber auch bei kleinen Wiederkäuern. Sie findet sowohl national als auch international verstärkt Beachtung, da

  • erhebliche Auswirkungen der Infektion auf die Gesundheit
    und Leistungsfähigkeit der Tiere festzustellen sind
    und
  • Verdachtsmomente bestehen, dass die Paratuberkulose
    des Rindes möglicherweise im Zusammenhang mit
    Erkrankungen des Menschen (Morbus Crohn) stehen
    könnte.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat am 7. Juli 2014 „Empfehlungen für hygienische Anforderungen an das Halten von Wiederkäuern“ (BAnz AT 01.08.2014) veröffentlicht, die in einem Unterpunkt Maßnahmen zur Bekämpfung der Paratuberkulose und zum Schutz Paratuberkulose-unverdächtiger Rinderhaltungen zusammenfassen. Im Zuge der Neuausrichtung des europäischen Tiergesundheitsrechts ist die Paratuberkulose aufgenommen worden in die Kategorie E, das heißt, es sind Maßnahmen zur Überwachung der Krankheit innerhalb der europäischen Union angezeigt (Durchführungsverordnung
[EU] 2018/1882).

In den letzten Jahren wurden in mehreren Bundesländern in Deutschland Paratuberkulose-Programme aufgelegt, die unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen und
unterschiedliche Wege beschreiten. Die Bemühungen zur Kontrolle der Paratuberkulose und Maßnahmen zur Reduzierung zumindest des klinischen Geschehens sind zentrale Ansatzpunkte der meisten Programme. Ein verpflichtendes einheitliches Vorgehen für Deutschland ist hingegen noch
nicht erkennbar. Ein wesentlicher Diskussionspunkt ist der Handel von infizierten oder bereits den Erreger ausscheidenden Tieren. Seit der Etablierung des Paratuberkulose-Programms in Sachsen im Jahr 2002 erfolgten mehrere Aktualisierungen, um insbesondere die neu entwickelten diagnostischen Verfahren
aufzugreifen. Die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen zeigen eindrucksvoll, wie weit verbreitet die Paratuberkulose in sächsischen Rinderbeständen ist. Den sächsischen Landwirten wird mit dem Programm die Möglichkeit gegeben, die Verbreitung der Paratuberkulose im eigenen Bestand zu erkennen, Bekämpfungsstrategien zur Eindämmung der Krankheit zu etablieren oder den Status „Paratuberkuloseunverdächtiger Bestand“ zu erreichen. Die qualitativ unterschiedlichen Stufen des Programms sollen die Tierhalter ermutigen, eine für ihre Bestandssituation und ihre betrieblichen Ziele geeignete Variante auszuwählen und bei Bedarf anzupassen. Bei kleinen Wiederkäuern ist die Paratuberkulosesituation gegenwärtig noch nicht sicher zu beurteilen. Im Anhang A des Programms sind die Maßnahmen für Rinder, im Anhang B die für Schafe und Ziegen aufgeführt.


Rechtsgrundlage

Es muss sich um Untersuchungen im Rahmen des Programms des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Sächsischen Tierseuchenkasse zur Kontrolle der Paratuberkulose in Sachsen (Paratuberkulose-Programm) vom 10. November 2020 (SächsABl. S. 1521) handeln.

Programm des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Sächsischen Tierseuchenkasse zur Kontrolle der Paratuberkulose in Sachsen (Paratuberkulose-Programm) vom 10. November 2020 (SächsABl. S. 1521)


Höhe der Beihilfe

a. Untersuchung von Blut- und Milchproben (Zuschuss)

50 % der Höhe der Gebühr nach LUABgVO des SMS

b. Untersuchung von Kotproben

In Höhe der Gebühr der LUABgVO des SMS.

c. bakteriologische, serologische bzw. pathologische Untersuchung von
krankheitsverdächtigen Rindern.

In Höhe der Gebühr der LUABgVO des SMS.


Voraussetzungen

a. Untersuchung von Blut- und Milchproben (Zuschuss)

Es muss sich um eine serologische Herdenuntersuchung aller über 24 Monate alten Zuchtrinder in Abstimmung mit dem Rindergesundheitsdienst (RGD) handeln.

b. Untersuchung von Kotproben

Die Untersuchung von Kotproben erfolgt nach Festlegung durch den Rindergesundheitsdienst (RGD) bei Betrieben mit einem betrieblichen Kontrollprogramm.
Der Rindergesundheitsdienst (RGD) muss einbezogen und das betriebliche Kontrollprogramm eingehalten werden.

c. bakteriologische, serologische bzw. pathologische Untersuchung von
krankheitsverdächtigen Rindern.

Es handelt sich um bakteriologische, serologische bzw. pathologische Untersuchungen von krankheitsverdächtigen Rindern in Fällen des klinischen Verdachts und der Abklärung von Krankheits- oder Verlustgeschehen im Bestand in Abstimmung mit dem Rindergesundheitsdienst (RGD).


näheres Verfahren

a. Untersuchung von Blut- und Milchproben (Zuschuss)

Es ist das Untersuchungsauftragsformular der LUA Sachsen zu verwenden.
Der Tierhalter stellt einen Antrag (Antragsformular: „Beihilfeantrag- Paratuberkulose- zur Kontrolle der Paratuberkulose“) unter Angabe seiner TSK- Nummer und Einsendung der Kopien der Rechnungen an die TSK. Der Tierarzt erhält einen Beihilfebonus zur Einlösung bei der TSK.

b. Untersuchung von Kotproben

Es ist das Untersuchungsauftragsformular der LUA zu verwenden.

c. bakteriologische, serologische bzw. pathologische Untersuchung von
krankheitsverdächtigen Rindern.

Es ist das Untersuchungsauftragsformular der LUA zu verwenden.


Kostentragung

a. Untersuchung von Blut- und Milchproben (Zuschuss)

Die Kosten trägt gemäß § 32 Abs. 3 SächsAGTierGesG die TSK.

b. Untersuchung von Kotproben

Die Kosten trägt gemäß § 32 Abs. 2 SächsAGTierGesG die TSK.

c. bakteriologische, serologische bzw. pathologische Untersuchung von
krankheitsverdächtigen Rindern.

Die Kosten trägt gemäß § 32 Abs. 2 SächsAGTierGesG die TSK.